Jungvögel:

Turmfalkenjungvogel 18 Tage alt
Turmfalkenjungvogel 18 Tage alt

Turmfalken sind Nesthocker. Sie können das Nest nach dem Schlüpfen nicht gleich verlassen sondern sind voll auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Die Augen sind noch geschlossen und die Vögel direkt nach dem Schlüpfen noch nass. Durch die Wärme des brütenden Weibchens trocknen die leichten Dunen, mit denen das Küken zu Anfang bekleidet ist. Diese weißen Flaumfedern halten aber nur etwas warm. Überall ist zwischen den Dunen die Haut zu erkennen. Die Küken sind noch völlig auf die Wärme der Mutter angewiesen.  Wenn die Jungvögel kurz allein gelassen werden, wärmen sie sich gegenseitig und bildenTurmfalkenjungvogel 18 Tage alt eine Wärmepyramide. Die erstgeschlüpften Jungvögel müssen nur zwei bis vier Tage warten, dass auch ihre Geschwister schlüpfen. Um so mehr Jungvögel können sich dann aneinanderkuscheln.

Wenn die Jungvögel kurz allein gelassen werden, wärmen sie sich gegenseitig und bilden eine Wärmepyramide. Die erstgeschlüpften Jungvögel müssen nur zwei bis vier Tage warten, dass auch ihre Geschwister schlüpfen. Um so mehr Jungvögel können sich dann aneinanderkuscheln.

Die Bettelbewegung der Jungvögel kommen aus dem Reflex heraus. Sobald sie eine Veränderung in der Umgebung wahrnehmen, wie z. B. Licht und Schatten, Elternstimmen oder eine Erschütterung, fangen sie mit dem Betteln an. Sie strecken den leicht schwankenden Kopf mit weit geöffnetem Schnabel in die Höhe. Dabei ist das  Innere des Schnabels auch noch ausdrucksvoll gefärbt.

Sobald die Vogeleltern solch ein Betteln sehen, löst das bei ihnen einen automatischen Fütterungsreiz aus. Das ist auch gut so, denn die jungen Vögel brauchen sehr viel Nahrung.

 

Die Kraft aufzustehen haben die Jungvögel noch nicht.

 

Die Eltern müssen die Küken füttern und wärmen. Die Zeit der völligen Hilflosigkeit hält jedoch nicht sehr lange an und die kleinen Greifvögel entwickeln sich in Windeseile.

Das Dunenkleid behalten sie nur ca. 8 Tage und werden in dieser Zeit ununterbrochen von der Mutter gehudert.

In der Zeit der ersten beiden Lebenstage zehrt das Falkenjunge teilweise noch von seinem Dottersack. Das ist eine Überlebensration, die ein Jungvögel noch aus seinem Ei mitbringt.

Sobald die Küken geschlüpft sind, werden sie von ihrer Mutter mit schnabelgerecht kleinen Stückchen von magerem Mäuse-Muskelfleisch gefüttert. Gefüttert wird, bis nicht mehr gebettelt wird. Das fordernste und meist auch älteste Küken bekommt am meisten Futter, weil es am meisten bettelt. Das geht leider zu Lasten des kleinsten und meist jüngsten Kükens.

Ungefähr am achten Tag fängt das zweite Dunenkleid der Jungfalken zu wachsen an. Das Durchbrechen der grauen Federchen juckt, deshalb kratzen und putzen sich die kleinen Falken nun oft. Reste dieser Federn werden noch bis zum Ausfliegen zu sehen sein. 

Jungfalken aus 2015, 9 Tage alt
Jungfalken aus 2015, 9 Tage alt

Auf den folgenden Bildern kann man sehen, wie sich ein 18 Tage alter junger Turmfalke reckt und streckt. All seine heranwachsende Federpracht lässt sich gut sehen.

Wenn die Jungvögel 1 Monat alt sind:

Die Jungvögel haben schon kräftig mit Ihren seit der dritten Lebenswoche stark gewachsenen Flügeln geübt. Sind sie einen Monat alt, ist es Zeit, um flügge zu werden.

Die vergangene Zeit im Horst haben die Jungen gut überstanden. In der Lebenszeit im Nest kommen statistisch gesehen je nach Bedingungen ca. jedes siebte bis dritte Turmfalkenjungtier zu Tode. Ursachen können hierfür u. a. Kälte, Regen, Nahrungsmangel, Unfälle oder auch nestplündernde Eulen, Elstern oder Krähen sein.

Doch die schlimmste Zeit ist jetzt noch nicht überstanden.

Bei den ersten Ausflügen brechen sich die jungen Turmfalken häufig das Genick, da die Anflüge an Gebäude und Fahrzeuge noch nicht gelingen. Offene Flügelfrakturen durch die Verdrahtung der Landschaft bedeuten häufig ein qualvolles Verhungern für die wundervollen Vögel.

In den ersten zwei bis drei Wochen nach dem Verlassen des Horstes sind Unfälle die häufigste Ursache für den Tod eines Jungfalken.

Da die Altvögel die laut um Futter bettelnden Jungvögel ungefähr noch einen Monat weiter füttern, haben die Kleinen nur bei schlechtem Wetter Nahrungsprobleme.

Hier folgt eine Chronik über die Entwicklung eines jungen Turmfalken