Jagdtechnik:

Den Turmfalken erkennt man an seinem typischen "Rüttelflug", den er bei der Nahrungssuche nutzt. Dabei bleibt er in der Höhe von ca. 15 Metern mit gefächertem Schwanz an einer Stelle in der Luft stehen und hält nach geeigneter Beute Ausschau. Dabei schlagen seine Flügel ganz schnell. Hat er etwa eine Maus gesehen, stürzt er im Sturzflug darauf zu, bremst kurz vor dem Boden ab und greift sie.

Das Turmfalkenweibchen "Isolde" am 20.06.2015 beim Sturzflug
Das Turmfalkenweibchen "Isolde" am 20.06.2015 beim Sturzflug

Hat ein Turmfalke etwas erbeutet, zeigt er ein typisches Verhalten von Greifvögeln, das "Manteln". Nicht nur beim Beuteschlagen sondern auch beim Verzehren dieser spreizen sie die Flügel- und die Schwanzfedern, um die Beute für sich "einzugrenzen". Futterkonkurrenten werden somit ferngehalten oder abgeschirmt. Auch kann es sein, dass der Falke gegenüber dem Beutetier größer erscheinen will und eine Art Drohgebärde durch ein Größermachen macht. Hier auf dem Foto hat Mambo (Nr. 5 aus 2015) zwar nichts zu befürchten, doch steckt es in seinem Instinkt, sich so zu verhalten.

Falken haben am Oberschnabel einen "Falkenzahn". Im Unterschnabel ist dazu eine passende Auskerbung, womit die Fleischbrocken hervorragend festgehalten werden können.

Seine mit den "Falkenzähnen" herausgerissenen Fleischbrocken der Maus gleiten nach dem Schlucken durch den Schlund in die Speiseröhre. Die Speiseröhre erweitert sich zu einem dehnbaren Speicher für die Nahrung, dem Kropf. Erst danach tritt die Speiseröhre in den Bereich des Brustraumes. In den vielen Falten der Speiseröhre und des Kropfes befinden sich Schleimdrüsen, die die Nahrung aufweichen.  Der weitere Weg der Nahrung geht über den dickwandigeren Vor- und Drüsenmagen, danach über den komplett weichen, nur wenig mit Muskeln ausgestatteten eigentlichen Magen, der sich in alle Richtungen dehnen lässt. Dort findet die eigentliche Verdauung statt. Hier sondern sich die unverdaulichen Reste ab, die wir bereits als Gewölle beschrieben haben.

Mambo (Nr. 5) aus 2015 mit prall gefülltem Kropf
Mambo (Nr. 5) aus 2015 mit prall gefülltem Kropf